Robby, der Maschinenboy

„Robby, was machst du denn da? Du bist doch der Torwart, warum rennst du denn über den Platz und versuchst deinem eigenen Mitspieler den Ball abzunehmen?“ Der Trainer war außer sich, als er sah, wie sich Robby den Ball schnappte und dem erstaunten Mitspieler heftig vors Schienbein trat. Ohne auf den kläglichen Laut des eigenen Partners zu achten, fummelte er ballverliebt um den gepeinigten Spieler herum. Kein Gegenspieler wagte es, sich nun einzumischen. Elegant und leichtfüßig umspielte er weitere eigene Spieler und startete durch zum eigenen Tor, in das er mit der Hingabe eines großen Stars den Ball im Netz versenkte. Voller Freude zog er sich sein rotes Trikot über den Kopf, hüpfte und zog seine Knie abwechselnd hoch bis unter das Kinn, wobei jedes Mal seine zu Fäuste geballten Hände nach vorne schnellten um hiermit zu demonstrieren, wie sehr er diesen Treffer genoss. Purzelbäume könnte er nun schlagen, auf dem Rasen herumwälzen, einfach herrlich war sein Torschuss. Absolut keine Gegenwehr hatte die gegnerische Mannschaft gegen ihn aufbringen können, er war einfach zu stark. Die Rufe seiner Mitspieler, sogar die seines Trainers, ignorierte er einfach. Blind wie ein Maulwurf rannte er nun planlos über das Spielfeld, versuchte hierbei verzweifelt sein Trikot wieder vom Kopf zu bekommen. Der Blick war ihm etwas verwehrt, sah nicht den Torpfosten auf sich zukommen. Nein, auch der Torpfosten sah Robby nicht, er hatte nie eine Chance auszuweichen. Wenn der Torpfosten nun Beine gehabt hätte, so hätte er sie jetzt flugs in die Hände genommen und sich diskret entfernt. Aber das Unglück war nicht zu verhindern, wieder würde ein Torpfosten in Brüche gehen, wieder müsste ein neuer aufgestellt werden. Der Trainer hatte es kommen sehen, erneut scheint sich ein anders eingestellter Chip vorwitzig in den Vordergrund gestellt zu haben. Ein Lächeln erschien auf dem markanten, aus Edelstahl geformten Gesicht. Seine aus Gummi geformten Lippen verzogen sich bis hinter die kleinen Antennen, die ihm seitlich an den Schläfen wie Fühler vom Kopf abstanden. „Hey Trainer, war das nicht wieder ein tolles Tor von mir“, fragte er locker näselnd, mit seinem elektronischen Akzent. Unschuldig fokussierte er seinen Trainer, Begeisterung und Glück schienen sein Blick auszudrücken. Das linke Auge fokussierte hierbei mehr als das rechte, schnell orientierte sich aber wieder sein Blick. Nachdem er sich von den Resten des Pfostens befreit hatte, stemmte er leicht seinen gestählten Körper in die Höhe. Seine kurze Hose, die er nun auf den Füssen liegen hatte, schien ihm nicht im geringsten zu stören. Deutlich sah man den kleinen Schmiernippel aus Kunststoff, der kurz und keck hervorlugte. Der niedliche Gummisack, in dem sich die beiden Reservekügelchen mit Öl befanden, schwang locker hin und her. Backenbeuer, sein Trainer, schlug die Hände über dem Kopf zusammen und kickte ein abgesplittertes Stück Holz zur Seite, dass es auf dem Rasen nur so stob……….