Archiv für den Autor: wiesbaden99

HOCHZEITSMESSE zieht heiratswillige Paare in die Rhein-Main-Hallen

Ob romantische Hochzeit, bodenständige Feier oder eine rauschende Party – Paare, die in den Hafen der Ehe einfahren, haben meist viele Fragen, besonders die weibliche Hälfte dieser Paare. Tipps hierfür wird es 2010 bereits zum zehnten Mal auf der Hochzeitsmesse „TrauDich!“ in Frankfurt geben. Der Veranstalter, die „TrauDich! Messe GmbH“, hat am Wochenende erstmals auch in Wiesbaden in den Rhein-Main-Hallen die Hochzeitsmesse „wir heiraten“ organisiert und dabei geografisch expandiert. Auf der Messe kann man sich von A wie Abendgaderobe über T wie Tischdekoration über S wie Servietten bis Z wie Zugewinngemeinschaft informieren.

KONZERT IM HOF „Barrelhouse Jazzband“ begeistert

Anfang des Jahres erzählte Pianist Joja Wendt einen Witz über den Unterschied zwischen einem Blues- und einem Jazz-Gitarristen. „Der Blues-Gitarrist spielt drei Akkorde vor 1000 Leuten, während der Jazz-Gitarrist 1000 Akkorde vor…“, ließ Wendt die Pointe offen, das Publikum lachte. Am Sonntagmittag steht Roman Klöcker mit der Gitarre in der Hand und seiner „Barrelhouse Jazzband“ im Rücken auf der Bühne. Der Applaus für Klöckers Solo steht noch in der Luft, als bereits das Altsaxofon von Bandleader Reimer von Essen einsetzt und die Besucher des „Jazz im Hof“ verstummen lässt. Kein Sitzplatz ist mehr frei. Am Mischpult stehen die Klangfetischisten und wippen halbwegs rhythmisch zum Takt des Solos. „Die Band aus Frankfurt ist typisch für das Rhein-Main-Gebiet und zieht jedes Jahr weit über 400 Besucher an“, erklärt Gerd Schmerbach vom Förderverein. 1953 gegründet, feiert die „Barrelhouse Jazzband“ dieses Jahr ihr 55-jähriges Bandjubiläum. Aber was ist eigentlich Barrelhouse?

Als „Barrelhouse“ gelten Saloons in den USA, in denen der Schnaps direkt aus Fässern ausgeschenkt wurde. In den Südstaaten wurde in solchen Kneipen um die Jahrhundertwende ein rauer, rustikaler Blues-Pianostil gespielt; genannt Barrelhouse: Mitreißender, tanzbarer Rhythmus, der die Saloons kochen ließ.

Zurück im Wiesbaden des 21. Jahrhunderts tanzt ein älteres Pärchen zu „Am I Blue“, das Stargast Brenda Boykin mit rauer Stimme zum Besten gibt. „Einfach phantastisch“, befindet eine Besucherin, deren kleine Tochter vor ihr fleißig mittanzt.

Auch jene, die eine Reise durch die Jazzgeschichte erhofften, kommen auf ihre Kosten: Von Ellington über Morton, von Handy bis Basie sind die großen Namen vertreten. Einer aber darf auf keinen Fall fehlen. „Ein Konzert mit traditionellem Jazz sollte stets irgendwann Louis Armstrong spielen“, findet Bandleader von Essen. So geben die sieben Herren in Hawaiihemden eines der seltenen Stücke zum Besten, das Armstrong selber geschrieben hat: „Old Man Mose“, bei dem Horst Schwarz zu einem dunklen, rauchig kraftvollen Refrain anhebt.